Zehn Jahre Zentrallager Sachspenden Bonn – neue Kund:innen gesucht

25.06.2026 von Kerstin Lerch-Palm

Es ist aus der Bonner Landschaft des zivilgesellschaftlichen Engagements nich mehr wegzudenken: das Zentrallager Sachspenden Bonn (ZeSaBo). Seit zehn Jahren wird dort erfolgreich Spendenlogistik betrieben und stetig weiter professionalisiert.

Mit der Gründung des ZeSaBo wurde 2016 eine Antwort auf die riesige Spendenbereitschaft der Bürger:innen auf der einen und den enormen Bedarf an Hilfsgütern innerhalb der Geflüchtetenhilfe auf der anderen Seite gefunden. Warenspenden sammeln, prüfen, sortieren und an Menschen mit einem konkreten Bedarf kostenlos ausgeben. Dieses Grundprinzip gilt auch heute noch.

Allerdings haben sich in den vergangenen zehn Jahren sowohl die Dimensionen der Versorgung mit Warenspenden als auch deren Abläufe stark verändert.

Was all die Jahre unverändert eine Konstante war, ja mit dem größeren Bekanntheitsgrad des ZeSaBo sogar noch gestiegen ist, ist die unverminderte Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung. In vielen Bereichen, insbesondere bei Kleidung und teilweise auch bei Büro-und Schulbedarf wird mehr gespendet, als von unseren über 1.600 Kund:innen abgeholt wird. Wir können deutlich mehr Kund:innen mit Waren versorgen, als wir das bislang tun ohne, dass die durch uns versorgten armutsgefährdeten Menschen auf Waren verzichten müssten. Niemand wird demnach das Nachsehen haben, wenn zusätzliche Kund:innen Waren aus dem ZeSaBo abholen.

Das ZeSaBo ist in der Struktur eines Großhandels organisiert, d.h. nur registrierte Kund:innen können Waren abholen. Seit Gründung haben sich über 960 institutionelle und über 720 private Kund:innen registriert. Diese kümmern sich – beruflich oder privat – um Menschen, denen es nicht gut geht. Sei es aus finanziellen oder psychischen Gründen und die daher Hilfe von außen benötigen. Unser Slogan „Wir geben Ihre Spende in Helfende Hände“ beschreibt bildhaft die Warenversorgung mittels registrierter Kund:innen.

Unsere Bilanz kann sich sehen lassen: seit 2016 wurden nahezu zwei Millionen Warenstücke ausgegeben. Allein im Jahr 2025 waren es 490.000. An jedem Öffnungstag des ZeSaBo werden durchschnittlich allein 1.400 Kleidungsstücke an armutsgefährdete Menschen oder Menschen in einer akuten Notlage ausgegeben. Etwa 91.700 Menschen konnten somit bislang in Bonn und weit darüber hinaus mit den gespendeten Waren versorgt werden.

Der Wareneingang wird über stets aktuell gehaltenen Bedarfslisten auf unserer Webseite gesteuert. Dort wird für jede der 13 Abteilungen angezeigt, welche Waren genau benötigt werden. Die Qualitätsanforderungen an die Warenstücke sind so beschrieben, dass jedes ausgegebene Warenstück sofort benutzt werden kann. Ziel ist es, nichts zu entsorgen, sondern alle Spenden sofort weiter verwenden zu können.

Auch Kund:innen, die Menschen betreuen, können Waren bei uns abholen. Voraussetzung für die Abholung von Waren ist eine sehr einfache Registrierung unter https://www.zesabo.de/warenausgabe/registrierung-kunde.html entweder als institutionelle oder private Kund:in mit der Angabe, wie viele Menschen sie betreuen. Wer sich registriert hat, füllt lediglich noch ein Formular aus und schreibt auf, was die zu Betreuenden brauchen. Das Formular gibt es auf unserer Internet-Seite zum Herunterladen.

Das Ehrenamt ist die tragende Säule des ZeSaBo. Seit 2016 haben sich insgesamt 746 Ehrenamtliche im und für das ZeSaBo engagiert. Diese Freiwilligen helfen auch bei der Orientierung von neuen Kund:innen sowie bei der Abholung von Ware. Ware aus den Bereichen Hygiene, Küche und Schul- und Bürobedarf wird durch ein Freiwilligenteam kommissioniert, d.h. die Warenstücke werden im ZeSaBo zusammengestellt und können nach Benachrichtigung fertig verpackt abgeholt werden. Größere Warenmengen werden durch uns auch geliefert.

Im Jahr 2025 wurden 12.673 Ehrenamtsstunden erfasst. Ohne die vielen Freiwilligen, die sich zum Teil schon seit vielen Jahren engagieren, gäbe es das ZeSaBo – als immer noch einmaliges Spendenlogistikzentrum in NRW – nicht (mehr).

Seit 2022 ist die städtische Förderung, die in den Anfängen und zu Corona Zeiten sehr wertvoll war, eingestellt worden. Es fehlen uns aktuell noch 708 Fördermitglieder, die mindestens 30 € pro Jahr zahlen sowie Einzelspender:innen, die helfen, die Mietkosten der Halle sowie die Betriebskosten zu finanzieren. Da die Einzelspenden seit 2024 deutlich zurückgegangen sind, ist das ZeSaBo dringend auf diese zusätzlichen Fördermitglieder angewiesen.

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Text von Kerstin Lerch-Palm

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